„Eine Tauchgruppe sicher zu führen bedeutet weit mehr, als den Weg unter Wasser zu kennen.“ Ein Satz, den vermutlich viele Tauchende schon einmal gehört haben. Nach einem Wochenende beim AK Gruppenführung wird allerdings schnell klar: Wer glaubt, dass sich gute Führung auf die Orientierung unter Wasser oder die Position an der Spitze beschränkt, wird spätestens beim ersten eigenen Tauchgang eines Besseren belehrt.
Genau darum ging es beim AK Gruppenführung des BTSV, der vom 1. Tauchclub Offenburg organisiert wurde. Fünf Teilnehmende aus verschiedenen Vereinen und ein Teilnehmer aus der Forschungstaucherei kamen zusammen, um sich intensiv mit dem Thema Gruppenführung auseinanderzusetzen.
Durch die sehr gute Organisation entwickelte sich schon nach kurzer Zeit eine entspannte und freundschaftliche Atmosphäre. Unterschiedliche Erfahrungsstände spielten kaum eine Rolle, denn Fragen waren jederzeit willkommen und Rückmeldungen wurden offen und konstruktiv gegeben. So entstand schnell das Gefühl, gemeinsam an einer Aufgabe zu arbeiten, statt lediglich einen Kurs zu absolvieren.
Nach dem theoretischen Einstieg ging es an den Apostelsee – einen der schönsten Seen der südlichen Oberrhein-Region. Bei sommerlichen 32 Grad bot das doch recht warme Wasser bei etwas eingeschränkten Sichtbedingungen ein herausforderndes Umfeld für die insgesamt vier Ausbildungstauchgänge.
Gerade in diesen Momenten zeigte sich, worauf es wirklich ankommt. Plötzlich geht es nicht mehr nur um den eigenen Tauchgang. Stimmt das Tempo für alle? Haben alle in der Gruppe die Orientierung? Ist die Kommunikation eindeutig? Fühlt sich jedes Gruppenmitglied wohl? Viele Inhalte aus der Theorie bekamen unter Wasser eine Bedeutung. Aus Checklisten wurden Entscheidungen, aus Handzeichen echte Kommunikation und aus Verantwortung eine spürbare Aufgabe.
Mindestens genauso wertvoll wie die Übungen im Wasser waren die Debriefings danach – ein wesentlicher Bestandteil jedes Tauchgangs, dem vielleicht nicht immer genug Aufmerksamkeit geschenkt wird. Aber auch zwischen den Tauchgängen und beim gemeinsamen Abendessen am Ende des ersten Kurstages wurden Erfahrungen ausgetauscht, kleine Missgeschicke mit einem Lächeln erzählt und unterschiedliche Lösungswege diskutiert. Gerade dieser offene Austausch machte den Kurs lebendig und zeigte, wie viel Wissen und Erfahrung in einer bunt gemischten Gruppe steckt.
Am Ende blieb nicht nur die Erkenntnis, wie eine Tauchgruppe sicher geführt wird. Vor allem wurde deutlich, dass gute Gruppenführung wenig mit der Position an der Spitze zu tun hat. Wer eine Gruppe führt, ist nicht einfach die Person, die vorne schwimmt, sondern diejenige, die alle anderen jederzeit im Blick behält. Genau das sorgt am Ende für ein sicheres und befriedigendes Taucherlebnis für alle.


